Fahrkartentexte der Erwachsenen-Fahrkarten 1999

Passend zum Goethejahr 1999 haben wir auf den Fahrkarten verschiedene Zitate abgedruckt und
uns auf diese Weise am Veranstaltungsjahr beteiligt. Sie erhalten damit einen kurzen Einblick in
das Schaffen des Literaten. Am Ende dieser Liste finden Sie eine Übersicht der Zitatquellen.

   
Text 01

Nur durch die Eifersucht auf den Besitz erhält man die Besitztümer.
An Frau von Stein, 8.3.1781
 

Text 02 Kein Genuss ist vorübergehend; denn der Eindruck, den er zurücklässt, ist bleibend.  
Wilhelm Meisters Lehrjahre V, 10
 
Text 03 Der erste Gruß ist viele tausend wert.
Westöstlicher Divan
 
Text 04 Da steh ich nun, ich armer Tor, und bin so klug als wie zuvor.
Faust I
 
Text 05

Die Weiber, sagt man, sind eitel von Hause aus. Doch es kleidet sie, und sie gefallen uns um so mehr.
Wilhelm Meisters Wanderjahre
 

Text 06

Wenn man sich selbst einig ist und mit seinen Nächsten, das ist auf der Welt das beste.
An Christiane Vulpius, 3.10.1799
 

Text 07

Wir sind nur sofern zu achten, als wir zu schätzen wissen.
Wilhelm Meisters Lehrjahre VIII, 5
 

Text 08 Wer sein Vaterland nicht kennt, hat keinen Maßstab für fremde Länder.
Wilhelm Meisters Wanderjahre VIII, 7
 
Text 09 Unvorbereitetes Wegeilen bringt unglückliche Wiederkehr.
Wilhelm Meisters Wanderjahre III, 13
 
Text 10

Ich wüsste nicht, wessen Geist ausgebreiteter wäre, ausgebreiteter sein müsste als der Geist eines echten Handelsmannes.
Wilhelm Meisters Lehrjahre I, 10
 

Text 11

Niemand dient einem anderen aus freien Stücken; weiß er aber, daß er damit sich selbst dient, so tut er es gern.
Zu Eckermann, 6.4.1829
 

Text 12 Wenn man sich nur bewegt, andere in Bewegung bringt, so fügt sich gar manches schön und gut.
An Friedrich Heinrich Jacobi, 18.10.1784
 
Text 13 Die Gelegenheit ist eine gleichgültige Göttin. Sie begünstigt das Gute wie das Böse.
Unterhaltungen Deutscher Ausgewanderten
 
Text 14

Alles, worein der Mensch sich ernstlich einlässt, ist ein Unendliches.
Wilhelm Meisters Wanderjahre III, 3
 

Text 15 Mäßigung im Willkürlichen, Emsigkeit im Notwendigen.
Wilhelm Meisters Wanderjahre III, 11
 
Text 16 Wenn ein Jahr nicht leer verlaufen soll, muss man beizeiten anfangen.
An Carl von Knebel, 2.1.1798
 
Text 17 Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet.
Die Geheimnisse 191
 
Text 18 Durch Heftigkeit ersetzt der Irrende, was ihm an Wahrheit und an Kräften fehlt.
Torquato Tasso IV, 4
 
Text 19 Ein geschäftiges Weib tut keine Schritte vergebens.
Hermann und Dorothea 4
 
Text 20 Von drückenden Pflichten kann uns nur die gewissenhafteste Ausübung befreien.
Wilhelm Meisters Wanderjahre I, 7
 
Text 21 Wer sich dem Notwendigen widmet, geht überall am sichersten zum Ziel.
Wilhelm Meisters Wanderjahre III, 9
 
Text 22 Niemand weiß, was er tut, wenn er recht handelt; aber des Unrechten sind wir uns immer bewusst.
Wilhelm Meisters Lehrjahre VII, 9
 
Text 23 Höher vermag sich niemand zu heben, als wenn er vergibt.
Reinecke Fuchs 12
 
Text 24 Bringst du Geld, so findest du Gnade; sobald es dir mangelt, schließen die Türen sich zu.
Reinecke Fuchs 8
 
Text 25

Man kann die Erfahrung nicht früh genug machen, wie entbehrlich man in der Welt ist.
Wilhelm Meisters Lehrjahre VII, 8

 

Text 26

Doch ist es ja kein Geheimnis, dass niemand überzeugt wird, wenn er nicht will.
An Rochlitz, 30.1.1812

 

Text 27 Es ist nichts schrecklicher als eine tätige Unwissenheit.
Maximen und Reflexionen
 
Text 28 Die Gebirge sind stumme Meister und machen schweigsame Schüler.
Wilhelm Meisters Wanderjahre II, 9
 
Text 29 Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen.
An Carl von Knebel, 2.4.1785
 
Text 30 Ich liebe die Rose als das Vollkommenste, was unsere deutsche Natur als Blume gewähren kann.
Zu Eckermann, 27.04.1825
 
Text 31 Das Kalte wird warm,
der Reiche wird arm,
der Narre gescheit:
Alles zu seiner Zeit.

Auf dem Rhein, 20.7.1774
 
Text 32 Der Mensch ist dem Menschen das Interessanteste.
Wilhelm Meisters Lehrjahre II, 4
 
Text 33 Es ist nichts groß als das Wahre, und das kleinste Wahre ist groß.
An Charlotte von Stein, 8.6.1787
 
Text 34 Alles, was uns begegnet, lässt Spuren zurück. Alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei.
Wilhelm Meisters Lehrjahre VII, 1
 
Text 35 Erfahrung bleibt die beste Wünschelrute.
Die ersten Erzeugnisse der Stotternheimer Saline zu Eckermann, 7.10.1827
 
Text 36 Die Menschen werden durch Gesinnungen vereinigt, durch Meinungen getrennt.
An Friedrich Heinrich Jacobi, 6.1.1813
 
Text 37 Der Widerspruch ist es, der uns produktiv macht.
Zu Eckermann, 28.3.1827
 
Text 38 Je weiter sich das Wissen ausbreitet, desto mehr Probleme kommen zum Vorschein.
Wilhelm Meisters Wanderjahre II
 
Text 39 Ich mag lieber leiden, dass man lehrreich spottet, als dass man unfruchtbar lobt.
Briefe aus der Schweiz
 
Text 40 Die Sorge geziemt dem Alter, damit die Jugend eine Zeitlang sorglos sein könne.
Wilhelm Meisters Lehrjahre VIII, 7
 
Text 41 Unhöflich sind der Niedrigkeit Genossen.
Divan, Buch der Betrachtungen, Fünf Dinge
 
Text 42 Freunde offenbaren einander gerade das am deutlichsten, was sie einander verschweigen.
Wilhelm Meisters Wanderjahre III, 13
 
Text 43 Wer aus Charakter oder Maxime beharrlich verneint, hat eine größere Gewalt als man denkt.
Die guten Weiber
 
Text 44 Immer zu misstrauen , ist ein Irrtum, wie immer zu trauen.
Lila II
 
Text 45 Es ist was Schönes, sein eigenes Bild im liebenden Auge zu erblicken.
Wilhelm Meisters Wanderjahre III, 17
 
Text 46 Drei sind, die da herrschen auf Erden; Die Weisheit, der Schein und die Gewalt.
Das Märchen
 
Text 47 Keiner versteht den anderen ganz, weil keiner bei demselben Wort genau dasselbe denkt wie der andere.
 
Text 48 Was man nicht bespricht, bedenkt man auch nicht recht.
 
Text 49 Sowie etwas ausgesprochen ist, sogleich wird ihm auch widersprochen, wie der Ton gleich sein Echo hat.
Zu Riemer, 6.12.1807
 
Text 50 Das Wort verwundet leichter als es heilt.
Die natürliche Tochter III, 4
 

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Quelle:
Buch der Zitate,
Verlag
Pabel/Moewig, Rastatt
ISBN: 3811813498

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